Europäische Union konkretisiert die ESG – Kriterien

Im Rahmen Ihrer Green Deal Politik hat die Europäische Union (EU) einen weiteren Schritt zur Definition von nachhaltigen Investments getätigt. Dies bedeutet für die Immobilienbranche mehr Klarheit für die Klimaschutz-Anforderungen.

Was steckt hinter der Bezeichnung – ESG – Kriterien?

ESG ist ein Begriff, das sich aus den englischen Begriffen Environment, Social und Governance zusammensetzt. Spätestens seit dem Pariser Klimaabkommen beschäftigen sich Großinvestoren und institutionelle Anleger verstärkt mit der Thematik und fokussieren sich verstärkt auf nachhaltige Geldanlagen.

Die 3 Säulen der ESG – Kriterien sind wie folgt kurz geklärt:

  • Environment: Grob gefasst verbirgt sich hinter dem Begriff der Umweltaspekt in Form der Strategien zum Klimaschutz, zum Ressourcenmanagement und erneuerbaren Energien. Zusätzlich ist anzustreben, Luft- und Abwasseremissionen zu minimieren und somit den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.
  • Social: Unternehmen verpflichten sich mit der Einhaltung der ESG-Kriterien zu gerechten Arbeitsbedingungen, Achtung der Menschenrechte, erleichterten Zugang zu Weiterbildungen der Arbeitnehmer, Investitionen zur Sicherheit am Arbeitsplatz und der Gesundheit.
  • Governance: Die Unternehmensführung stellt sicher, dass unabhängige Aufsichtsgremien, Korruption oder wettbewerbswidriges Verhalten bekämpfen. Zusätzlich werden erfolgsabhängige Vergütungen der Vorstände bei Erreichen von Nachhaltigkeitszielen angestrebt.

Welche Inhalte verbergen sich hinter der Konkretisierung der ESG – Regeln der Europäischen Union?

Die EU hat ihre Taxonomie-Regeln weiter konkretisiert. Zahlreiche Unternehmen, welche wegen Größe und Tätigkeitsfeld vom „öffentlichem Interesse“ sind, werden von diesen neuen Regeln erfasst.

Somit betrifft dies indirekt auch die Immobilienwirtschaft.

Grundlage ist die kürzlich veröffentlichte EU – Offenlegungsverantwortung mit folgenden Inhalten:

  • Es besteht eine Informations- und Veröffentlichungspflicht von ESG-relevanten Produkten, die Unternehmensprozesse und Strategien festlegen.
  • Zusätzlich ist durch regelmäßige Berichterstattung die ökologisch nachhaltige Aktivität bei Investitionen, Betriebsausgaben und dem Umsatz nachzuweisen.

Hierzu gab es aus Gründen der Intransparenz allerdings viel Kritik. Die Immobilienwirtschaft sah sich nicht in der Lage, sich auf die ESG-Anforderungen einzustellen, da die Kriterien nicht konkretisiert waren, nach denen Gebäude künftig ESG – konform angelegt werden können.

Am 21. April 2021 wurden nun durch die EU die technischen Evaluierungskriterien zur Taxonomie-Verordnung (TSC) vorgelegt. Diese sollen nach aktueller Planung zu Beginn des Jahres 2022 in Kraft treten.

In der aktuellen Regelung wurden vorerst die Kriterien nur für die ersten beiden Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel definiert. Aufgrund der verschiedenen EU-Staaten orientieren sich die Kriterien zusätzlich noch an den jeweiligen nationalen Vorgaben.

Für die Immobilienwirtschaft sind aufgrund Ihrer Struktur vier Bereiche, resultierend aus Ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit relevant:

  • Neubauten
  • Sanierung und grundlegende Renovierung
  • spezifische Einzelmaßnahmen an Gebäuden
  • Akquisition und Eigentümerschaft von Gebäuden

Gemäß TSC – Kriterien wurden folgende Anforderungen festgelegt:

Neubauten (errichtet ab 2021):

Der Primärenergiebedarf muss mindestens zehn Prozent unter den nationalen Anforderungen des Standards für Niedrigenergiegebäude liegen. Eine Luftdichtheitsprüfung und eine Thermografie sind für Gebäude mit einer Nutzfläche über 5.000 m² je Nutzeinheit zusätzlich erforderlich. Entsprechende Abweichungen müssen Investoren Ihren Kunden mitteilen. Zusätzlich ist auf Anfrage das Treibhauspotenzial der Gebäude auszuweisen.

Sanierung und grundlegende Renovierung:

Bei Sanierungen ist eine Energieersparnis von mindestens 30 Prozent erforderlich. Dies muss im Zusammenhang mit den Anforderungen der nationalen Gebäuderichtlinie erfolgen. Also in Deutschland dem gültigen GEG – Gesetz.

Spezifische Einzelmaßnahmen:

Grundsätzlich ist die Durchführung weiterer TSC – Maßnahmen, wie Photovoltaikanlagen, Windräder, Verbesserung der Außendämmung und Ladestationen für E-Fahrzeuge anzustreben.

Akquisition und Eigentümerschaft:

Hier wurden folgende Anforderungen definiert:

  • EPC-Rating der Klasse A bei Gebäuden die bis Ende 2020 errichtet wurden
  • Alternativ kann eine Immobilie beim Primärenergiebedarf zu den besten 15 Prozent eines Landes oder einer Region gehören.
  • Zusätzlich sind für große Nichtwohngebäude weitreichendere Prüf- und Dokumentationspflichten von Heizungs- Luft- und Klimatechnik erforderlich.

Quelle:

https://www.jll.de/de/trends-and-insights/investoren/mehr-klarheit-bei-esg-regeln

https://praxistipps.focus.de/esg-kriterien-definition-und-erklaerung-des-nachhaltigkeits-ratings_125412

 

Ihre Anfrage

ADRESSE:

Rosenthaler Straße 36
10178 Berlin

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und akzeptiere diese.