Was ist beim Energieausweis für Neubauprojekte zu beachten?

Jeder der Immobilien verkauft oder vermietet, benötigt einen Energieausweis um den Käufer so früh wie möglich über den zu erwartenden Energiebedarf in Kenntnis zu setzen.

So früh wie möglich bedeutet bei Bestandsgebäuden, dass bereits in den Immobilienanzeigen die wichtigsten Kennwerte aus dem Energieausweis benannt werden müssen.

Doch welche Regelung gilt bei Bauträger und Projektentwickler, die ihre Neubauprojekte bereits vom Plan weg verkaufen?

Grundsätzlich stellt sich der Sachverhalt wie folgt dar:

Gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist der Energieausweis für Neubauten unmittelbar nach Fertigstellung des Gebäudes auszustellen. So wird gewährleistet, dass er den tatsächlichen Energiebedarf der Immobilie ausweist.

Dies bedeutet somit auch:

Solange der Neubau nicht fertiggestellt ist, muss kein Energieausweis (= Bedarfsausweis) ausgestellt werden. Und zusätzlich müssen Bauträger oder Projektentwickler in ihren Immobilienanzeigen auch keine Pflichtangaben laut GEG machen.

Nach Abschluss der Bauphase ist allerdings unverzüglich ein Energieausweis (= Bedarfsausweis) durch den Bauherrn zu erstellen und den Käufern zu übergeben.

Dieser Energie(bedarfs)ausweis bilanziert die Energieverluste und -gewinne des gesamten Gebäudes, ohne Darstellung der Auswirkungen von einzelnen Wohnungen.

Sobald der Energieausweis vorliegt sind in Immobilienanzeigen – analog der Regelung in Bestandsgebäuden – gemäß § 87 des Gebäudeenergiegesetzes folgende Angaben verpflichtend:

  • Art des Energieausweises (bei Neubauten: Bedarfsausweis)
  • Wert des Endenergiebedarfs (in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr)
  • Wesentlicher Energieträger für die Heizung (Gas, Pellets, Fernwärme etc.)
  • Baujahr
  • Energieeffizienzklasse

Folgende Punkte sind bei der Beauftragung eines Bedarfsausweises zusätzlich zu beachten:

  • Den Energieausweis nach GEG dürfen nur berechtigte Personen mit entsprechender Aus- oder Weiterbildung anfertigen. Diese finden sich beispielsweise in der Liste der deutschen Energieagentur (dena).
  • Der Auftrag ist schriftlich auf Basis einer genauen Leistungsbeschreibung zu erstellen.
  • Durch den Ersteller ist ein Vor-Ort Termin durchzuführen. Ohne Kenntnis des Bestandes ist keine seriöse Bewertung möglich.
  • Die Berechnungsgrundlagen der Energiekennwerte sind zu dokumentieren.

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