Die deutsche Wirtschaft erholt sich schrittweise: Laut einer aktuellen Umfrage des ifo-Instituts bessert sich die Stimmung in den Unternehmen, das Geschäftsklima ist im Juli zum dritten Mal in Folge gestiegen. Das gilt auch für die Baubranche. Nach einem coronabedingten herben Dämpfer im Frühjahr sind Baufirmen jetzt ebenso wie Planungsbüros mit der aktuellen Auftragslage wieder zufriedener. Vor allem aber fällt ihre Erwartung an die kommenden Monate weniger pessimistisch aus.

 

Schon im Juni zeichnete sich in Umfragen unter Architekten und Ingenieuren ein Stimmungsumschwung ab. Der Anteil der Kammermitglieder, die negative wirtschaftliche Folgen der Krise spürten, sank bei den Architekten von 58% im April auf 43% im Juni. Bei den Ingenieuren sank der Wert von 51% auf 39%.

 

Natürlich ist die Lage damit längst nicht wieder so rosig wie vor der Pandemie, als der Bauboom für volle Auftragsbücher sorgte und die größte Sorge der Branche der Fachkräftemangel war. Jetzt plagen 5% der Architekten Existenzängste, und von den besonders betroffenen Innenarchitekten leidet noch immer eine Mehrheit unter den finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise. 21% der Architekten und 9% der Ingenieure berichteten im Juni, derzeit keine Neuaufträge abschließen zu können, was sie sorgenvoll auf die nächsten Monate blicken lässt.

 

Zahl neuer Projekte steigt.

 

Allerdings bedeutet dies im Umkehrschluss: Die große Mehrheit kann auch in der aktuellen Lage neue Aufträge akquirieren. Immer mehr Bauunternehmen und Planungsbüros berichten von voller Auslastung. Die Zahl der neuen Projekte stieg laut einer Analyse von ibau im Juni um 12% im Vergleich zum Vormonat, vor allem durch Aufträge öffentlicher Bauherren. Im Juli erholten sich die Auftragsbestände der Baubranche weiter und verzeichnen derzeit im Hochbau eine durchschnittliche Reichweite von 4,3 Monaten. Auch die aktuelle Preisentwicklung stimmt optimistisch.

 

Nach wie vor ein Problem ist die zeitliche Verzögerung von Projekten. Vor allem die Behörden stellen einen Engpass dar, die Bearbeitung von Bauanträgen und Bauvoranfragen verläuft vielfach schleppend. Und auch bei Ausschreibungs- und Vergabeverfahren erleben rund 40% der befragten Büros deutliche Verzögerungen.

 

Durchhalten!

 

BAK-Präsidentin Barbara Ettinger-Brinckmann warnt, dass „von nachgelagerten und länger andauernden negativen Effekten für die Baubranche“ auszugehen sei. Doch muss man ehrlicherweise feststellen: Mit diesen Befürchtungen steht die Baubranche keineswegs allein da. Firmen der Freizeitbranche und Gastronomie rechnen damit, dass ihr Geschäft noch rund ein Jahr unter Einschränkungen leiden wird. Baufirmen sind da optimistischer und gehen im Schnitt von „nur“ 8 Monaten aus.

 

Das hieße, im April 2021 wäre das Corona-Tief endgültig überwunden. Und der Bauboom könnte sich fortsetzen.

 

Quelle: ASEKURADO

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